Septemberblut (Rebekka Pax)

Die Geschichte um Julius, den Vampir, der im Clan seines Meisters Curtis im modernen L.A. lebt und Amber, die Normalsterbliche, die er zu seiner Dienerin machen soll und sich dabei in sie verliebt, hätte eine spannende Story a la Romeo und Julia zwischen den Welten werden können. Leider ist es Rebekka Pax nicht so ganz geglückt, sich für eine Richtung zu entscheiden und so schwankt der Leser zwischen verschiedenen Eindrücken: Einerseits hat man beim Lesen oft den Eindruck, es mit einer seichten Vampirromanze für Teenies (ganz im Sinne der Twilight-Saga) zu tun zu haben, aber auf der anderen Seite gibt der Roman stellenweise Szenen wider, wie man sie in blutrünstigen, dunklen Schauergeschichten findet.

Julius Lawhead, ca. 200 Jahre alter Vampir, lebt im Clan seines Meisters Curtis – mitten in L.A.. Die Stadt wird von verschiedenen Vampirclans bewohnt, die aufgrund ihrer eigenen Gesetze gut nebeneinander leben. Werden Gesetze gebrochen und das Todesurteil über einzelne Vampire verhängt, so wird das Urteil durch Julius vollstreckt. Jahrzehntelang hatte Einzelgänger Julius kein Problem mit seiner Rolle, doch dann trifft er auf Amber. Amber ist durch den Tod ihres Bruders zu der zweifelhaften Ehre gekommen, ein Messer zu erben, das seinen menschlichen Träger zum Todesengel für Vampire macht. Um die Macht über das Messer zu erlangen soll Julius eben jene Amber zu seiner Dienerin machen. Er verliebt sich in sie und dann bricht sozusagen die Hölle unter den Vampirclans aus, in deren Mittelpunkt selbstverständlich der Vampir und die Sterbliche stehen.

Sehr gut an der Geschichte hat mir gefallen, dass jeweils aus den Perspektiven der beiden Protagonisten berichtet wird. Hierbei wird die Erzählungen von Julius in der Ich-Form geschildert – so findet man sich als Leser schnell in die einzelnen Erzählstränge ein.

Die Story als solche ist auch gut umgesetzt. Es gibt Gewalt, Magie, jede Menge Blutvergießen und die zuweilen egomanischen Züge der Vampire sind sehr überzeugend dargestellt.

Gestört hat mich allerdings, dass Amber sehr naiv und tendenziell unselbständig gezeigt wird. Einerseits soll man glauben, dass sie von einem magischen Messer als neue Trägerin auserkoren wurde, andererseits muß Julien nur mit den „Wimpern klimpern“, damit sie ihren eigenen Willen vergisst und ihm nahezu alles, dass er ihr an Lügen und Betrügereien auftischt, ohne zu Murren abkauft. Diese Züge an ihrer Person passen für mich nicht in das Bild von einer Kämpfernatur, das an manchen Stellen kurz angekratzt wird.

Julius hingegen ist trotz seiner Macht und seiner Lebenserfahrung in vielen Situationen nichts weiter als ein bockiges Kind, dass vor seinen Taten nicht mal eine Sekunde nachdenkt und sie dann bitter bereut. Seine Gefühlskälte und Aggressivität ist in vielen Bereichen des Buches sehr überzeugend, aber es verwirrt dann doch, wenn er plötzlich zum totalen Weichei wird, sobald es um Amber oder seinen Meister geht.

Insgesamt fand ich das Buch gut und schnell zu lesen. Es ist aber eher eine seichte Lektüre für zwischendurch als ein Must have für Vampirfans.

Das Cover des Buches fällt bei mir allerdings absolut durch – hätte man den Männerkopf weggelassen, wäre es in Ordnung, so allerdings schreit es fast danach, als Teeniestory gehandelt zu werden, wobei dazu die Protagonisten zu erwachsen sind und einige Bereiche der Story zu gewalttätig.

Fazit: Nette Lektüre für lanweilige Sonntagnachmittage oder fürs frühe Zu-Bett-gehen.

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