Die Kinder des Judas (Markus Heitz)

Dies ist der erste Band einer Trilogie, in der es um diese spezielle Art Vampire geht, die sich „Die Kinder des Judas“ nennen. Markus Heitz hat eine etwas andere Herangehensweise an die Vampirthematik, als man es gemeinhin kennt. Zum einen gibt es eine riesige Anzahl unterschiedlicher Vampirgattungen, zum anderen sind Heitz‘ Vampire durchaus sterblich (nur, dass sie eben eine extrem verlängerte Lebensdauer haben, als der Normalsterbliche). Um eben diese Sterblichkeit zu überwinden, hat der Autor „Die Kinder des Judas“ geschaffen. Einen alchemistischen Geheimbund von Vampiren, die auf der Suche nach der Formel zum ewigen Leben sind. Diese Art Vampir muß nicht zwangsläufig durch einen Biss gewandelt werden. Gehört man zu dieser Familie, trägt man das Vampirgen seit Geburt in sich und erst nach dem Tod merkt man, ob man dazu gehört, oder nicht (eben, ob man aufwacht und blutdurstig ist, oder eben nicht).
Im ersten Teil dieser Reihe wird eben jene Geschichte der „Kinder des Judas“ erzählt. Ihre Entstehung, ihre internen Anfeindungen, was den Clan auszeichnet und welche Gräueltaten von ihm begangen wurden. Protagonistin ist die Krankenschwester Sia, die im heutigen Dresden lebt und in Rückblicken von ihrer Verwandlung und den Geschehnissen, denen sie seit dem 16.Jh. beiwohnte, erzählt. Sie scheint eine der letzten Judastöchter zu sein und sucht ihre Nachkommen auf, um zu verhindern, dass diese nach ihrem Tod als „Monster“ zurück ins Leben kehren. Warum sie das tut. Was sie erlebt hat und welche spannenden und blutigen Fehden sie in ihrer Vergangenheit ausgetragen hat, das sind die Kernstücke dieses überaus spannenden und fesselnd geschriebenen Romans.
Heitz‘ Stil bringt den Leser sehr schnell in die Geschichte und man fühlt sich um Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt. Die Charaktere und ihre jeweiligen Motive sind sehr gut nachvollziehbar und während der Kämpfe fiebert man in jeder Sekunde mit den Protagonisten, zittert um ihr Leben und windet sich zuweilen aufgrund der sehr detailreichen Beschreibungen etwaiger Verletzungen.
Dieses Buch ist ganz nach meinem Geschmack, stellt es Vampire nicht als dauertraurige, eigentlich total menschliche Weicheier dar, wie sie in jüngster Zeit teeniegerecht fürs Kino aufbereitet wurden. Hier sind Vampire noch blutbesessene, egomanische Wesen, die sich nehmen, was sie brauchen oder wollen und sich nicht von falschen Gefühlen leiten lassen.

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Eine Antwort zu Die Kinder des Judas (Markus Heitz)

  1. Stephanie Clemens schreibt:

    Hallo
    Kann mit den Büchern überhaupt nicht mehr aufhören. Bin jetzt bei Judassohn und hab auch vorher Ritus und Sanktum gelesen. Er schreibt einfach nur klasse. Ist ne schöne spannende Abwechslung zu dem was ich sonst so hier um die Ohren hab. Werd noch mehr Bücher von ihm lesen alles was er noch rausbringt.
    Liebe Grüße Steffi

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