Schlafen bei Licht (Wolfgang A. Gogolin)

Vorab ein herzliches Dankeschön an den Mohland Verlag und den Autor, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

„Schlafen bei Licht“ hat von der Optik her erstmal meine größte Skepsis geweckt – immerhin lässt das Cover eher auf eine Form von Selbsthilfe oder -findungsratgeber schließen, als auf einen Roman.

Ein bißchen was von einem Lebensratgeber hat das Buch dann aber doch. Die tiefere Botschaft soll vermutlich sein, dass das Streben nach oberflächlichen Werten auf Dauer nicht glücklich macht. Das wahre Glück erreicht man erst dann, wenn man sich öffnet und ohne „Wenn und Aber“ liebt, egal, was die Umwelt dazu sagt.

Torsten Burmester, Protagonist des Romans und aufstrebender Finanzbeamter, läuft vor einen Bus und noch während seines Krankenhausaufenthalts verlässt ihn seine Oberschichten-Intellektuelle-Blondinen-Freundin.
Sein Freund Mark, Autolackierer und absoluter Oberproll, steht ihm zur Seite, als Torsten mit Krankenschwester Anja anbändelt.
Mehr möchte ich nicht verraten, denn sonst wäre der Inhalt der knapp 140 Seiten wiedergegeben.

Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Klar ist, es ist gut geeignet für zwischendurch, weil es zum einen sehr kurz ist und zum anderen von den Formulierungen her sehr einfach gestrickt.

Die Geschichte als solches ist auf die wenigen Seiten komprimiert und daher kommt leider nicht so eine Tiefe auf, wie es hätte sein können. Die extremen Gegensätze zwischen Ober- und Unterschicht (hier z.B. Beamter und Proll; Kunstszenenzicke und Krankenschwester) sind ziemlich überzeichnet, passen aber in ihrer Einfachheit zum Gesamtkonzept des Buches.
Als Leser muß man aber damit klar kommen, dass mit Vorurteilen nur so um sich geworfen wird. Beamte werden mit allen nur erdenklichen Klischees bestückt; einfache Arbeiter als Bodensatz der Gesellschaft und Obermachos dargestellt usw. Da ich davon ausgehe, dass dies bewußt gewählt wurde, um die Gegensätzlichkeiten darzustellen und den Charakter von Torsten und seine Veränderung deutlicher zu machen, sind diese Übertreibungen nicht zu gravierend. Beim Lesen stört es jedenfalls nicht, sondern paßt recht gut zur Story.

Insgesamt ein Buch, dass sich schnell lesen läßt und dem Leser ein bißchen was mit auf den Weg gibt. Keine anspruchsvolle Ratgeber- oder Romanliteratur, aber für zwischendurch eine gut geeignete, leichte Kost.

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