Wer Wind sät (Nele Neuhaus)

Wieder einmal spinnt Nele Neuhaus eine vielschichtige Kriminalgeschichte um die Idylle kleiner Taunusorte. Diesmal geht es nicht nur um schnöden Mord und dunkle Familiengeheimnisse, es dreht sich sogar um weltpolitische Ränkespiele und der Fall, um den sich Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein diesmal kümmern, erwächst sich zu einem fulminanten Feuerwerk der Häßlichkeiten.

Dabei beginnt alles eigentlich ganz harmlos: Pia kommt aus einem dreiwöchigen Urlaub zurück und noch bevor sie überhaupt richtig angekommen ist, muß sie schon zu einem Tatort. Ein Nachtwächter ist am Wochenende im Hauptgebäude einer Firma, die Windparks baut, zu Tode gekommen und alles deutet auf Mord hin.

Während Pia in alle Richtungen ermittelt quälen Oliver von Bodenstein ganz weltliche Probleme. Nachdem seine Frau Cosima ihn verlassen hat, ist seine Welt zerbrochen und er kommt nicht wirklich wieder zu sich. Zu allem Überfluß scheint sein Vater auch noch Ärger zu bekommen. Dieser ist nämlich Mitglied einer Initiative, die den Bau eines Windparks im Taunus verhindern will. Und ausgerechnet der beste Freund von Herrn von Bodenstein war einer der Wortführer dieser Initiative – und wird kurz nach einer Kundgebung ermordet auf seinem Hof aufgefunden.

Ob und wie die Morde von Nachtwächter und Initiativenführer zusammen hängen, das erfährt man im Verlauf dieses ungemein spannenden Krimis, in dem auf schier jeder Seite neue Verdächtige auftauchen und immer ungeheuerlichere Vergehen ans Tageslicht gebracht werden.

Auch in diesem Buch brilliert Neuhaus darin, verschiedene Geschichten, die parallel oder in der Vergangenheit spielen, langsam aber sicher zusammen zu fügen, um sie dann explosionsartig in ihren Zusammenhängen zu erklären.

In meinen Augen teilweise ein wenig zu übertrieben und konstruiert und im Vergleich mit „Schneewittchen muß sterben“ nicht ganz so gut nachvollziehbar und glaubhaft, aber dennoch wieder ein extrem spannender Krimi, den man am liebsten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Auch für Leser, die noch nie von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gehört oder gelesen haben, durchaus gut zu verstehen, da jeder der sympathisch menschlichen Kriminalbeamten in kurzen und knappen Sätzen eingeführt und wichtige Punkte seiner Vergangenheit punktgenau beschrieben werden.

Insgesamt für mich wieder ein absolut fesselnder Krimi, den man lesen sollte.

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