Wodka Pur (Anna Blundy)

Ein Krimi, der in Moskau spielt und mit einer Protagonistin aufwartet, die sich eher schlampig kleidet, eine deftige Ausdrucksweise besitzt, wie ein Schlot raucht und am liebsten Wodka pur trinkt. In meinen Augen war das eine sehr vielversprechende Basis für ein gut zu lesendes Buch. Und tatsächlich: Nicht nur die Hauptdarstellerin, Faith Zanetti, habe ich sofort für ziemlich cool befunden, auch die Geschichte kann sich lesen lassen.

Die Britin Faith war vor 15 Jahren zuletzt in Russland. Damals, gerade 19jährig, hatte sie Hals über Kopf das Land ver- und ihren russischen Ehemann zurück gelassen. Nun ist sie wieder in Moskau und soll als Russlandkorrespondentin für eine Tageszeitung arbeiten. Kaum angekommen wird sie von der Polizei kurzzeitig in Arrest genommen, weil man sie eines Mordes für schuldig befindet, der vor 15 Jahren im selben Haus passierte, in dem sie mit ihrem Mann lebte.
Angeblich sitzt eben jener Ehemann in einer geschlossenen Psychiatrie und hat ausgesagt, dass Faith damals die Leichen zerstückelte. Als Faith der Anstalt einen Besuch abstattet, findet sie heraus, dass es nicht ihr Mann ist, der dort vor sich hin siecht – dieser ist nämlich angeblich vor einiger Zeit ums Leben gekommen.
Für Faith beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die sie an viele dunkle Orte Russlands und ihrer Erinnerung bringt. Sie begegnet alten und neuen Bekannten und trifft auf etliche Überraschungen.

Mir hat das Buch recht gut gefallen, insbesondere wegen der vielen, sehr gut eingeflochtenen Rückblicke. Neben der eigentlichen Story um Faith und den Mord, erfährt man einiges über das Russland zur Zeit des Eisernen Vorhangs und wie es nach dem Zerfall der Sowjetunion im Vergleich dort aussieht und zugeht.

Außerdem ist Faith eine so cooler und liebenswerter Kumpeltyp, dass man gerne die ein oder andere Logik- und Formulierungsschwäche des Romans in Kauf nimmt, um noch etwas länger mit ihr auf Männer- und Verbrecherjagd zu gehen.

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