Crucifix (Richard Montanari)

Dies ist der erste Band um die Detectives Jessica Balzano und Kevin Byrne – und er ist so spannend und fesselnd, wie die Bände, die ich bereits kenne (ich les sozusagen von hinten nach vorn in dieser ‚Reihe‘ ;)).

Jessica Balzano ist gerade ins Morddezernat befördert worden, wo ihr Kevin Byrne als Partner zur Seite gestellt wird. Byrne ist Cop durch und durch und jagd auch in seiner Freizeit gerne mal den bösen Buben nach, wenn sie seiner Meinung nach nicht ordentlich bestraft wurden bzw. nicht vor Gericht gestellt werden können, weil es an Beweisen o.ä. mangelt. Bei seinen nächtlichen Aktivitäten übertritt er auch gelegentlich die Grenzen der Legalität, was ihm den Respekt der Kollegen und den Hass der Ganoven einbringt. Seit einer Schussverletzung hat Byrne so etwas wie ‚Vorahnungen‘, wenn er an Tatorte kommt und dort die Leichen sieht bzw. berührt – leider gehen diese Ahnungen einher mit heftigen Migräneattacken, die Byrne nicht nur mit Tabletten, sondern auch gerne mit Alkohol bekämpft. Seit seine Frau ihn verlassen hat lebt Kevin Byrne nur noch dafür, das Verbrechen auf seine Art zu bekämpfen, was ihn mitunter nicht zum einfachsten Kollegen oder Mitmenschen macht.

Jessica Balzano hat in Byrne einen Kollegen, der ihr durch seine jahrelange Erfahrung noch viel beibringen kann und sie erarbeitet sich gleich zu Anfang den Respekt der Kollegen. Nicht nur ist Jessica eine sehr überlegte Polizistin, sie ist zudem semiprofessionelle Boxerin und stammt aus einer Polizistenfamilie. Ihre Ehe ist gerade in Trennung begriffen (Jessicas Mann ist ebenfalls Polizist) und sie zieht die gemeinsame Tochter derzeit alleine groß.

In ihrem ersten gemeinsamen Fall müssen Balzano und Byrne einen Mörder suchen, der seine Opfer (vor allem Teenagermädchen, die in eine katholische Schule gehen) auf bestialische Weise tötet und sie in Anlehnung an die verschiedenen Leidensstationen Christi am jeweiligen Fundort platziert. Alle Opfer werden am hellichten Tag entführt, betäubt und ihnen werden die Hände zusammengeschraubt und die Vagina zugenäht, bevor sie per Genickbruch sterben. Menschen, die dem Mörder im Weg stehen werden kurzerhand ebenfalls aus dem Weg geräumt. Die beiden Detectives scheinen immer einen Moment zu spät zum Tatort zu kommen und können die rätselhaften Hinweise, die ihnen der Killer hinterlässt, fast immer erst zu spät entschlüsseln. Das blutige Finale wird vor allem für Jessica eine Zerreißprobe, weil der Mörder sich ihre kleine Tochter als eines seiner letzten Opfer ausgesucht hat.

Die Stimmung ist im ganzen Buch sehr düster. Nervenaufreibend für den Leser sind besonders die kurzen Einschübe, in denen der Täter aus der Ich-Perspektive schildert, was er als nächstes vorhat. Beinah in jedem Kapitel glaubt man, dass man den Täter entlarvt hat, nur um kurz später auf eine andere Fährte gelockt zu werden – was das Buch umso spannender macht. Nebenbei erfährt man viel von den beiden Detectives, so dass man in kurzer Zeit sehr gute Charakterisierungen von Balzano und Byrne hat und sich die Protagonisten hervorragend vostellen kann.

Ein superspannender Thriller, den ich gerne weiterempfehlen will.

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