Choral des Todes (Jean-Christophe Grangé)

Vor etlicher Zeit hatte ich mir von Grangé „Herz der Hölle“ als Hörbuch angehört. Anfangs fand ich es noch sehr gut und spannend, aber im Lauf der Geschichte wurde es einfach immer abstruser, so dass ich danach eigentlich für mich beschlossen hatte, dass dieser Autor eher nichts für mich ist. Nun habe ich aber doch nochmal einen Versuch gewagt und bin etwas aufgeschlossener für den Autor (werde aber sicherlich nicht sein größter Fan).

Zunächst aber etwas zur Story: In einer armenischen Kirche wird der Leiter des Knabenchors ermordet. Kasdan, ein pensionierter Polizist und Mitglied dieser Kirchengemeinde ist zufällig als erster vor Ort und findet die Leiche. Sogleich ist sein Interesse an dem Fall geweckt, denn ein Schuhabdruck der Größe 36 deutet darauf hin, dass es sich bei dem Mörder um ein Kind handeln könnte. Zudem findet Kasdan schnell heraus, dass der Chorleiter (ein Chilene und damals vor dem Pinochet Regime nach Frankreich geflohen) keineswegs eine so saubere Weste hat, wie es jeder vermutet.

Während Kasdan auf eigene Faust ermittelt trifft er auf den jungen Polizisten Volokine. Dieser arbeitet im Jugendschutzdezernat und ist aufgrund seiner Heroinsucht vom Dienst beurlaubt. Nach anfänglichen Mißverständnissen rauft sich das ungleiche Paar zusammen und ermittelt gemeinsam weiter, denn der Chorleiter bleibt nicht der einzige Tote.

Je näher Kasdan und Volokine der Auflösung der Morde kommen, umso tiefer geraten sie auch in eine Geschichte, die zurückführt bis in die Zeit der Nazis und die mehr an politischer Motivation mitbringt, als auch nur einer von ihnen hätte ahnen können.

Die Geschichte an sich ist sehr spannend und geizt nicht mit schockierenden Details. Und trotzdem es von Seite zu Seite interessant ist, kam ich nur sehr mühsam mit dem Buch voran und war froh, als ich es endlich durch hatte.
Die Charaktere der beiden Hauptermittler sind gut beschrieben und man kann sich sowohl die beiden, als auch die Bösewichte der Geschichte sehr klar vorstellen. Die Auflösung, zu der die Story langsam, aber sehr zielstrebig hinführt, scheint mir recht weit hergeholt, paßt aber gut zum kompletten Stil des Buches. Etwas störend empfand ich, dass einige wichtige Sachen extrem vorhersehbar waren und einem als Leser dann nur noch ein müdes Gähnen entlocken, wenn man dann an den jeweiligen Stellen ankommt und sie mit einem mentalen Fanfarenstoß freigegeben werden.

Insgesamt wohl ein nettes Buch, der Hype um diesen Autor und seine Geschichten will sich mir allerdings nach wie vor nicht erschließen.

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