Der dunkle Thron (Rebecca Gablé)

Endlich geht die Geschichte derer von Waringham weiter. Ich habe mich lange auf dieses Buch gefreut, weil ich schon die Vorgängerromane sehr gerne gelesen habe.

In diesem Buch geht es um Nicholas of Waringham, der zu den aufwühlenden Zeiten um die Regentschaft von König Henry VIII in England aufwächst. Nicholas (genannt Nick) wird mit 14 Jahren der Erbe des Waringham Anwesens, das, vergleicht man es mit den Vorgängerbänden, arg heruntergewirtschaftet ist und jeglichen Glanz verloren hat. Nick muß sich nicht nur mit einer streitsüchtigen Stiefmutter, deren Tochter und einer ganzen, hinterhältigen Stieffamilienbande auseinandersetzen. Zudem muß er verarbeiten, dass sein Vater unschuldig gefoltert und hingerichtet wurde, weil er mitten in die beginnenden Auseinandersetzungen zwischen Katholizismus und Reformbewegung geraten ist und sich nicht für die vermeintlich richtige Seite ausgesprochen hat.
Im Laufe seiner jungen Jahre wird Nick Zeuge unglaublicher Gräueltaten, politischer und kirchlicher Ver- und Entwirrungen und wie in allen Waringham-Büchern lernt auch er, dass man selbst den vermeintlich besten Freunden nicht trauen kann.
Auch in diesem Buch wird der Protagonist wieder eng mit dem Königshaus verbandelt sein und seine Treue und Verbundenheit zur Krone zeigen (und wieder beinah aufs Bitterste bereuen müssen). Nick wird nämlich zum engen Freund, Vertrauten und Berater der jungen Prinzessin Mary, die von der Prinzessin zur Ausgestoßenen wird, die um ihr Leben fürchten muß und schließlich doch noch für wenige Jahre Königin von England wird.

Wieder einmal hat mich der brilliante Erzählstil in den Bann gezogen. Und auch die historischen Fakten, die so unnachahmlich gut mit den fiktiven Charakteren verwoben sind, machen auch diesen dritten Band um die Waringhams zu einem absoluten Lesevergnügen. Interessant fand ich die Darstellung von Mary, die in vielen anderen Erzählungen oder Überlieferungen extrem schlecht dargestellt wird. Auch hier wird durchaus gezeigt, wie besessen sie von ihrem katholischen Glauben war, aber durch die gute Darstellung und feinfühlige Beschreibung ihrer ersten Lebensjahre und derer im Exil, wird der Versuch gestartet zu erklären, woher bestimmte Charakterzüge kommen können. Weiterhin wird auch in ‚Der dunkle Thron‘ sehr deutlich gezeigt, wie stark sich Herrscher von ihren politischen Beratern beeinflussen lassen und sich so mancher falschen Beratung und Intrige nicht erwehren können.
Die beschriebene Zeit um Henry VIII gehört geschichtlich sicherlich zu einer der interessantesten Zeiten, die es in England gegeben hat. Nicht nur die vielen Änderungen in der kirchlichen Welt (Reformbewegung etc.), sondern auch die interessanten Wendungen und Schicksale, die die verschiedenen Frauen Henry’s erleiden mußten, machen das Buch so unglaublich kurzweilig.

Ein rundum gelungenes Buch, dass einen guten Überblick über die geschichtlichen Eckpunkte dieser Zeit gibt und eine sehr interessante und spannende Geschichte liefert.

Ein tolles Buch, dass sich schnell und gut lesen läßt. Ich war recht traurig, als ich auf den letzten Seiten ankam, denn in diesem Stil erzählt, hätte ich gerne noch mehr von Mary’s Herrschaft und der Folgezeit durch ihre Schwester Elizabeth I. geschmökert.

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