Dämonenzeit (Stephan Russbült)

„Dämonenzeit“ ist Fortsetzung und zugleich Abschluß der Geschichte um den Horden Baazlabeth, der mittels eines Zaubers in die mittelalterlich angehauchte Stadt Brisenburg geholt wurde. Während er sich im Vorgängerband „Dämonengold“ mit der Aufgabe herumschlagen mußte, auf ehrlichem Weg 5000 Goldstücke zu erwirtschaften, geht es diesmal darum, eine mysteriöse Prophezeiung zu erfüllen, bei der sich entscheidet, ob die Welt dem Chaos oder der Ordnung anheimfällt (interessanterweise ist die Antwort, wie man es sich denn wünschen würde, gar nicht so einfach, wie es zunächst scheinen mag).

Wie bereits im ersten Band, so ist der dämonische Protagonist auch diesmal noch gefangen in einem menschlichen Körper, dessen Neigung zu Fehlfunktionen ihn so manches Mal an den Rand der Wutentbranntheit führt.
Gemeinsam mit Baazlabeth wird der Leser auf eine irrwitzige Reise durch Brisenburg und seine mehr als einfach nur unterschiedlichen Bewohner geführt. Während man auf alte Bekannte trifft (teils liebgewonnen, teils zermürbend lebendig), werden zum Großteil neue Personen eingeführt, die augenscheinlich zur Erfüllung der Prophezeiung dienen sollen. Während Baazlabeth peu a peu die Prophezeiung zu entschlüsseln versucht, um endlich wieder in seiner eigenen Gestalt das Antlitz dieser Welt zu ängstigen, richtet er wie nebenbei einiges an Chaos an. Eine Spur theatralisch angeordneter Bluttaten, sinnbildlich (wie auch tatsächlich) platzender Köpfe und so etwas wie Auftragsmorde, führen den Leser irgendwann ans Ende des Buches – und zu einem überraschenden Showdown.

Wie auch im ersten Teil zeichnet Russbült ein gut lesbares, leicht nachvollziehbares und vor allem hervorragend vorstellbares Bild eines Dämons, der sich mit seinem schwarzen Humor und seinen unflätigen Aussagen ins Herz des Lesers schleicht. Und das ganz ohne sein eigenes Wesen zu verlieren – das muß man als Autor erstmal hinbekommen.

Wer Lust auf eine durchweg böse Geschichte, mit noch böserem Protagonisten und einer verzweigten, irrwitzigen Storyline hat, der sollte sich unbedingt mit Baazlabeth beschäftigen – Protagonist und Buch sind einfach dämonisch gut.

Besonderes Highlight ist für mich, dass das Buch etliche überraschende Wendungen enthält und man sich nie sicher sein kann, sich gedanklich auf dem richtigen Weg zu befinden.

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