Gott reist immer incognito (Laurent Gounelle)

Alan steht auf dem Eiffelturm, um zu springen. Nachdem seine Freundin ihn verlassen hat, sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr und will ihm ein Ende setzen. Im letzten Moment wird er von einem Unbekannten angesprochen, der ihm ein Geschäft vorschlägt: Um sein Leben von Grund auf zu ändern, soll Alan eine Reihe an Aufgaben erfüllen – tut er es nicht (oder in ungenügendem Maße), dann kann immernoch alles vorbei sein. Aus irgendeinem Grund läßt Alan sich auf den Deal ein und startet eine Reise in eine ihm unbekannte, neue Zukunft.

Im Verlauf der nächsten Wochen erledigt Alan nun eine Reihe von Aufgaben, die für ihn zwar unangenehm sind, ihn aber peu a peu zu einer gefestigteren Persönlichkeit werden lassen. So lernt er beispielsweise, nicht immer nur ‚Ja‘ zu sagen, sondern sich auch mal durchzusetzen, auch, wenn es ihm unangenehm ist. Geschickt werden die psychologischen Mechanismen dargestellt, die ein solches Verhalten auslösen und es wird gut erläutert, wie Alan mithilfe seines neuen Mentors aus seinem persönlichen Kokon auszubrechen lernt.

Während das erste Drittel des Buches sich fast ausschließlich mit Alan und seiner ‚alten‘ Persönlichkeit und den Schwierigkeiten, die mit sich herumträgt, beschäftigt, geht es im zweiten Drittel vermehrt darum, welche Aufgaben ihm gestellt werden, warum und wie er sich mit diesen schlägt. Außerdem erfährt man in kleinen Schritten mehr über den großen Unbekannten, so dass sich der Roman schon bald zu einer spannenden, schon fast kriminalistischen Geschichte entwickelt.

Die letzten Kapitel bewegen sich auf ein großes Finale zu, wobei es mir da schon fast zu schnell geht – insbesondere die Auflösung um Alans Mentor und seine Motivation, sich mit der Person Alan Greenmore zu beschäftigen, war mir etwas zu einfältig. Das hat dem durchaus guten Buch (in dem ich mich in vielen, vielen Situationen selber erkennen konnte) einen leichten Dämpfer versetzt.

Insgesamt ist das Buch aber eine wertvolle, gut zu lesende Lektüre – und keineswegs so spirituell, wie ich es mir vorgestellt hatte. Eher ein psychologisch gut recherchierter Roman mit spannenden Elementen, dem am Ende ein wenig die Luft ausgeht.

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