Ein plötzlicher Todesfall (Joanne K. Rowling)

ein_ploetzlicher_todesfallDie Aufmachung des Buches ist ansprechend, ebenso die schön hohe Seitenzahl und die Kurzinfo, um was es in dem Roman geht, hörte sich auch sehr interessant und vielversprechend an. Ein wichtiges Ratsmitglied einer englischen Kleinstadt stirbt und bei der Suche nach einem Nachfolger werden intrigante Spielchen zwischen den einzelnen Familien aufgedeckt. Hörte sich böse, spannend und gut zu lesen an. Nach sieben gut geschriebenen Harry Potter Romanen konnte ja im
ersten Roman für Erwachsene nichts mehr schiefgehen. Tja, so kann man sich irren. Es werden viele Charaktere und Familien vorgestellt, aber der Funke will nicht so recht überspringen. Noch nie hatte ich so große Probleme, mit den diversen Personen ‚warm‘ zu werden, wußte selbst auf der Hälfte des Buches nicht immer, wer denn diese oder jene Familie nochmal war, weil alles sehr eintönig und tendenziell langweilig beschrieben wurde. Der Versuch, psychologisch tiefgreifende Portraits zu zeichnen, ist für mein Empfinden gründlich daneben gegangen. Die letzten 70 Seiten sind dann endlich einigermaßen mitreißend und wecken eine tiefere Empfindung im Leser, aber in Anbetracht der verschwendeten Zeit für die mehr als 400 vorigen Seiten, kann es das nicht mehr raus reißen. Schade eigentlich, aus der Story an sich hätte man wirklich was machen können. Einige Kürzungen, weniger pseudo-tiefenpsychologisches Geschwafel und dafür mehr kurzweilige Erzählung hätten dem Roman sehr gut getan.

Zum Inhalt nur soviel: Ein Ratsmitglied stirbt, andere wollen seinen Platz und im Zuge dessen wird klar, dass jede der vermeintlich geachteten Familien im Ort ihre kleinen, schmutzigen Gedankenspiele und langweiligen Geheimnisse hat. Eine zentrale Rolle nehmen die heranwachsenden Kinder der zentralen Figuren ein, die diverse Probleme in den heimischen vier Wänden haben, die nach und nach in den Vordergrund treten und einen traurigen Unfall und Selbstmord zur Folge haben (übrigens das einzige, das in diesem Buch gegen Ende hin irgendwie berührend ist).

Der Roman sollte wohl irgendwie eine Form von Sozialkritik, verpackt in Erzählung beinhalten, aber leider ist der Versuch gründlich daneben gegangen.

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