Gute Geister (Kathryn Stockett)

gute_geisterDer Roman ist eine rührende Geschichte von drei Frauen im Mississippi der 60er Jahre. Zwei von ihnen sind dunkelhäutige Dienstmädchen, die in einer Zeit des beginnenden Aufruhrs in der schwarzen Gemeinde versuchen müssen, mit ihren weißen Chefinnen und deren absonderlichen Ansichten klar zu kommen. Die dritte gehört zu eben jener weißen oberen Mittelschicht, aber sie unterscheidet sich von ihren Mitspielerinnen im Bridge, denn sie sieht die Haushälterinnen als das, was sie sind: Menschen wie du und ich, die verletzt sind, wenn sie zuhören müssen, dass sie eigene Toiletten außerhalb des Hauses bekommen sollen, weil sie Krankheiten verbreiten; die die Kinder ihrer weißen Herrinnen großziehen sollen, aber keinesfalls im selben Raum essen dürfen, wie die Menschen, für die sie kochen, putzen und die Kindererziehung übernehmen.

Der Roman beschreibt auf einfache und doch eindrucksvolle Weise die Sicht der drei charakterlich doch sehr unterschiedlichen Hauptpersonen. Die einzelnen Kapitel beschreiben jeweils aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Erzählerin. So lernt man die Protagonistinnen als Leser sehr gut kennen, bekommt teilweise ein- und dieselbe Situation aus jeder Sicht erzählt, so dass sie sich zu einem umfassenden Gesamtbild zusammensetzen kann. Insgesamt ist die ganze Geschichte einfach schön und rührend. Die Rassenunruhen werden am Rande erwähnt und auch, wie schlimm die Bedingungen zur damaligen Zeit für die Hausangestellten waren, kommt lediglich in Nebensätzen zur Geltung. Aber gerade das macht das Buch so sympathisch – es wird nicht auf typische Weise mit erhobenem Zeigefinger dargestellt, wie schlimm und böse alles war und wie unfassbar mutig und heldenhaft die Frauen aus der Erzählung sind und genau das ist es, was mir an dem Buch so gut gefällt. Die Heimtücke und Feigheit mancher wird zwar deutlich, aber es ist eben nicht so, dass man als Leser völlig schockiert oder voller Wut zurückgelassen wird. Man freut sich einfach an den Fortschritten, die die Erzählerinnen im Lauf der Geschichte machen, man zittert mit ihnen, freut sich mit ihnen und ärgert sich mit und für sie und am Ende ist man zufrieden und glücklich über das, was die Frauen erreicht haben. Einfach ein schönes Buch, das sich schnell lesen lässt.

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